Gründung

Hat man selber im Leben die Richtung, den Halt verloren, so findet man zwar manchmal von selbst wieder auf die Spur zurück, doch oft braucht es Hilfe von aussen. Vielleicht hat man Freunde, die einem zur Seite stehen, vielleicht wendet man sich an Fachleute. Aber auf jeden Fall müssen es Menschen sein, die einem nicht bloss kumpelhaft auf die Schulter klopfen, zu allem nicken oder auf alles, was fraglich ist, sogleich eine Antwort wissen, sondern die erst mal in der Lage sind, aufmerksam zuzuhören. Und vielleicht können sie einem dann mit einer gezielten Frage, einer weitsichtigen Bemerkung nach und nach wieder Mut machen, einem dazu führen, dass man durchs Gewirr einen Weg findet – den eigenen Weg.

Im besten Fall handelt es sich bei diesen Helfern also um Menschen, die dank ihrer Aufmerksamkeit, ihrer geistigen Durchdringungskraft und ihrer Weisheit für viele Ratsuchende zu wahren Meistern werden.

Ein solcher Mensch, dem ich sehr viel zu verdanken habe, ist Werner Hegglin. 

 

 

 

Er war für mich einer meiner Lehrmeister in der Führung und Bildung von Menschen. Während rund zwanzig Jahren leitete er als Direktor das Lehrerseminar St. Michael in Zug und danach war er viele Jahre Co-Leiter des Bildungshauses Stella Matutina, Hertenstein; 1934 in Gossau geboren, verstarb er 2019 in Menzingen ZG. Während zwanzig Jahren war Werner Hegglin mein Beistand und genialer Begleiter, wenn es darum ging, Menschen zu ermutigen und zu führen. Ihm habe ich viel zu verdanken – und ihm habe ich auch viel erzählt: von meinem eigenen Weg als Schüler, als Lehrling und später als Lehrer, von meinem Suchen und Irren, von meinen Fragen und Herausforderungen als Trainer und Brückenbauer. Sein stets wacher Blick, wenn er mir zuhörte, werde ich nie vergessen.

Werner Hegglin war Ende der Neunzigerjahre einer der Ideengeber und Förderer der vernetzten Jugend- und Elternbildungsarbeit der jugendbewaehrungshilfe.ch.

 

Philipp Suter