Rückblick

Fünf Jahre danach

Was macht eigentlich Romeo Landtwing?

 

Im Jahr 2009 übernahm Philipp Suter die Begleitung von Romeo und seinen Eltern, die sich kurz zuvor getrennt hatten. Nach längerer Irrfahrt hat der Jugendliche nun die Kurve gekriegt.

 

Die Eckdaten aus Romeos Leben klingen unspektakulär: abgeschlossene Detailhandelslehre beim «Volg», Angestellter einer Gärtnerei in Walchwil, die Eltern geschieden, wohnhaft beim Vater, Freundin. Der 20-Jährige ist mit sich und der Welt zufrieden. «Im Vergleich zu früher ist er nicht mehr wiederzuerkennen», schwärmt seine Mutter.

 

Vor fünf Jahren war im Leben von Romeo die Hölle los. Vor allem in der Schule lief alles aus dem Ruder. «Romeo machte komplett zu», erinnert sich der Walchwiler Rektor Jürg Portmann. «Er verweigerte alles und störte den Unterricht.» Die Scheidung seiner Eltern hatte ihn aus dem Gleis geworfen.

 

Rektor Portmann schickte Romeo zunächst in ein Time-out und nahm dann mit Philipp Suter Kontakt auf. Er sollte vor allem die Eltern dazu anhalten, in der Erziehung zusammenzuarbeiten, statt den Sohn auf ihre Seite zu ziehen. Als Suter an seine Grenzen stiess, weil der Vater nicht kooperierte, stärkte ihm Portmann demonstrativ den Rücken und auferlegte den Eltern einen Teil der Kosten der Betreuung.

 

Nun begannen die Zahnräder ineinanderzugreifen. Suter installierte eine umfassende Betreuungs-Struktur. Alle zogen mit: Vater, Mutter, der neue Partner, die Tochter. Es gab nun feste Zeiten, in denen die Familienmitglieder mit Romeo Hausaufgaben erledigten, kochten oder in den Wald Holz hacken gingen. Nach anfänglichem Widerstand lenkte auch der Teenager ein. Neben der Schule ging er weiterhin jeden Mittwoch arbeiten; als Maurer merkte er eines Tages: «Ich kann ja etwas!»

 

In einer Walchwiler Gärtnerei hat Romeo seine vorläufige Erfüllung gefunden. Er will nun in diesem Metier eine zweite Lehre anschliessen, damit er im jungen Betrieb Mitverantwortung übernehmen kann. Auf die dazugehörige Schule freut er sich zwar immer noch nicht. Aber die «Hölle» hat nun zumindest einen Sinn. (rew)