Rückblick

5 Jahre danach

Was macht eigentlich... Romeo Landtwing?

Vor fünf Jahren begleitete Philipp Suter Romeo und seine Eltern, nachdem sich diese getrennt hatten. Nach längerer Irrfahrt hat der Jugendliche die Kurve gekriegt.

Die Eckdaten aus Romeos Leben klingen unspektakulär: abgeschlossene Detailhandelslehre beim «Volg», Angestellter einer Gärtnerei in Walchwil, die Eltern geschieden, wohnhaft beim Vater, Freundin. Der 20-jährige ist mit sich und der Welt zufrieden. «Im Vergleich zu früher ist er nicht mehr wiederzuerkennen», schwärmt seine Mutter.

Vor fünf Jahren war im Leben von Romeo die Hölle los. Ihr Zentrum lag in der Schule. «Romeo machte komplett zu», erinnert sich der Walchwiler Rektor Jürg Portmann. «Er verweigerte alles und störte den Unterricht.» Die Scheidung seiner Eltern hatte ihn aus dem Gleis geworfen.

Rektor Portmann schickte Romeo zunächst in ein Time-Out und nahm dann mit Philipp Suter Kontakt auf. Er sollte vor allem die Eltern dazu anhalten, in der Erziehung zusammenzuarbeiten, statt den Sohn auf ihre Seite zu ziehen. Als Suter an seine Grenzen stiess, weil der Vater nicht kooperierte, stärkte ihm Portmann demonstrativ den Rücken und auferlegte den Eltern einen Teil der Kosten der Betreuung.

Nun begannen die Zahnräder ineinander zu greifen. Suter installierte eine umfassende Betreuungs-Struktur. Alle zogen mit: Vater, Mutter, der neue Partner, die Tochter und Philipp Suter selbst hatten ihre festen Zeiten, in denen sie mit Romeo Hausaufgaben erledigten, kochten oder in den Wald Holz hacken gingen. Nach anfänglichem Widerstand zog der Teenager mit. Neben der Schule ging er weiter jeden Mittwoch arbeiten. Als Maurer merkte er eines Tages: «Ich kann ja etwas!»

 

In der Walchwiler Gärtnerei hat Romeo seine vorläufige Erfüllung gefunden. Er will nun in diesem Metier eine zweite Lehre anschliessen, damit er im jungen Betrieb Mitverantwortung übernehmen kann. Auf die dazugehörige Schule freut er sich zwar immer noch nicht. Aber die «Hölle» hat nun zumindest einen Sinn. (rew)